Du hast eine richtig gute Idee oder einen tollen Auftrag – doch Selbstzweifel hindern dich daran, loszulegen oder anderen davon zu erzählen?  Du fragst dich manchmal, ob du überhaupt gut genug für eine Sache bist und ob du das schaffen kannst? Selbstzweifel lähmen und verunsichern. Im schlimmsten Fall sabotieren sie deinen Erfolg und Wachstum. Erfahre hier, wie du hemmende Selbstzweifel überwinden kannst, um erfolgreich und souverän ins Tun zu kommen.

5 Wege wie du Selbstzweifel überwinden kannst | Bianca Grünert | Die Stärkenreporterin

 

Mein innerer Zweifler spricht so laut

Vor kurzem habe auch ich mich wieder intensiv mit einem Teil von mir, meinem Zweifler, unterhalten (müssen). Ich habe diesen Teil nicht gefragt, aber er meldete sich laut – sehr laut – zu Wort. Ich wurde für einen Vortrag auf einer großen Veranstaltung angefragt. ‚Wow. Sie haben mich gefragt.‘ sagte erst ganz leise ein anderer kleiner Teil (der Geschmeichelte) in mir und lächelte kurz. Doch gleich darauf schrie der Zweifler unaufhörlich laut ‚Aber wieso eigentlich mich? Wenn die merken, dass ich eigentlich gar nicht so toll und schlau und unterhaltsam bin! Und was passiert, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Ob ich das überhaupt kann? Es gibt viel bessere. Bin ich eine Hochstaplerin? usw.‘

 

 

Stopp. Stopp. Stopp.

Nach eins zwei tiefen Atemzügen habe ich auf die Stopptaste gehauen und den inneren Zweifler im Keller eingesperrt. Ich konnte zum Glück diese Selbstzweifel überwinden und sagte sogar stolz zu.

Das wäre mir vor ein paar Jahren noch nicht so gut gelungen. Früher war ich vor lauter Selbstzweifeln oft gelähmt, weil diese Stimme so laut war und mich verunsicherte. Und diese Unsicherheit war sichtbar bzw. ich machte mich unsichtbar, so dass viele Ideen und Projekte in der Schublade landeten. Ich hatte Angst, nicht gut genug in den Dingen zu sein, die ich tun wollte. Was, wenn sich andere über mich lustig machen? Was, wenn sie mich nicht mögen? Was, wenn ich etwas nicht beantworten kann? Was, wenn andere merken, dass ich gar nicht so kompetent bin? …

 

 

Ich bin doch kein Hochstapler!

Nur Schritt für Schritt habe ich mich getraut, weil ich in erster Linie die Erwartungen anderer in meinem Kopf relativiert habe. Und ich habe mich mit meinem Anspruch – besser: meinem Perfektionismus – auseinandergesetzt. Das hat mich schneller ins Tun gebracht und die zweifelnde Stimme meistens verstummen lassen.

Inzwischen weiß ich auch, dass ich mit diesen Gedanken nicht allein bin. Sehr viele Menschen finden sich in manchen Situationen nicht gut oder kompetent genug und haben völlig unbegründet Angst davor, „entlarvt“ zu werden. Sie reden nur nicht über ihre „Ich-bin-nicht-gut-genug“-Ängste und überwinden ihre Selbstzweifel – mal mehr, mal weniger gut. Ihre Erfolge schieben sie eher auf Glück oder andere äußere Umstände – nicht aber auf ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken. Oder sie besuchen noch eine Fortbildung, um sich kompetenter zu fühlen. So wie ich. (Übrigens: Auch die Psychologie hat sich mit diesem Phänomen auseinandergesetzt und einen Namen dafür gefunden: Das Impostor-Syndrom.)

 

 

Gut, dass der Zweifler spricht!

Wie? Gut? Jetzt auf einmal. Ja! Egal wie stark du an dir und deinen Fähigkeiten zweifelst, es kostet Kraft und Energie. Doch Selbstzweifel haben auch eine ganz gesunde und menschliche Komponente. Und wenn der innere Zweifler manchmal mit dir spricht, dann kannst du ihm ruhig kurz (!) zuhören. Er meint es nämlich auch gut mit dir. Er will dich beschützen.

Eine Strategie, mit dem Zweifler in dir gut umzugehen – ohne dass er dich lähmt: Drehe den Ton leiser, bedenke die Zweifel kurz und bedanke dich für seine Meinung. Dann haue kräftig auf die Stopptaste und leg los.

Und wenn das nicht funktioniert, dann geh die folgenden Wege.

 

 

Wie kannst du deine Selbstzweifel überwinden?

5 Wege deinen inneren Zweifler leiser werden zu lassen

 

1 | Das Leben ist deine Reise – kein Wettrennen mit Anderen

Wie oft bist du auf Facebook, Twitter und Co unterwegs und siehst nur wie toll es Andere haben oder wie erfolgreich sie sind. Prüfung geschafft, neuen Auftrag bekommen, wieder eine Auszeichnung, neue Liebe… Mal ehrlich, hier wird doch meist nur die eine Seite der Medaille gepostet. Ja und das hättest du natürlich auch gern. Dabei ist auch das Leben der Erfolgreichen kein Kindergeburtstag. Viel Arbeit, Rückschläge oder einfach nur Glück gehören auch dazu. Wenn schon vergleichen, dann bedenke auch diese Seite der Medaille.

Besser: Höre auf dich zu vergleichen. Im Vergleich zu anderen fühlst du dich minderwertig. Vergleichen ist selbstzerstörerisch. Es setzt dein Leben, deine Fähigkeiten und deine Leistung in Relation zu Anderen. Das ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn du z. B. gerade erst etwas lernst und dich mit einem Profi misst, dann hinkt der Vergleich. Das Wettrennen kannst du nur verlieren.

Wenn du denkst „Ich bin nicht gut genug“, dann frage dich immer: Im Vergleich zu wem oder was bin ich nicht gut genug? Relativiere deine Gedanken und begib dich auf deine eigene Reise.

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2 | Hänge die Latte auf hundert Prozent

Selbstzweifel entstehen oft durch deine hohen Ansprüche an dich selbst. Muss es immer tausend Prozent perfekt sein? Nein! Gib dein Bestes und mache die Dinge so gut, wie du kannst. Es kann gar nicht tausend Prozent in allen Bereichen perfekt werden. Das wäre unheimlich. Dafür sind wir zu sehr „Mensch“. Sei einfach immer gut vorbereitet und gib hundert Prozent. Und wenn dann etwas schief geht, werden dich Menschen nicht weniger mögen. Im Gegenteil: Es macht dich sympathischer.

Neben deinen eigenen Ansprüchen prüfe auch die Erwartungen, die andere an dich stellen. Sei aber damit ganz ehrlich. Sicher erwartet niemand von dir einen tausend Prozent perfekten Vortrag, eine Antwort auf alle Fragen oder dass du im neuen Job alles schon kannst.

Wahrscheinlich wirst du merken, dass du deine Latte hin und wieder zu hoch hängst. Nimm sie etwas runter. Hundert Prozent ist ok.

 

 

3 | Besuche deine Hall of Fame

Je besser du dich kennst, umso größer ist dein Selbstvertrauen. Das ist auch ein wirkungsvoller Schlüssel, wie du deine Selbstzweifel überwinden kannst. Mache dir deine Fähigkeiten und Stärken bewusst. Frage dich:

  • Was kann ich gut?
  • Worin sehe ich meine Stärken?
  • Was habe ich schon alles erreicht?

Schreibe alles auf, was dir einfällt. Und wenn der Zweifler wieder laut spricht, dann lies laut (lauter als der Zweifler spricht) vor, was du kannst, worin du gut bist und schon alles erreicht hast. 

Manchmal müssen wir uns einfach vor Augen halten, was unsere Stärken sind und was wir schon alles erreicht haben, damit wir uns daran erinnern und an uns glauben. (Lies auch mal hier einen älteren Beitrag: Die Schatzkarte fürs Selbstbewusstsein)

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4 | Die Geister, die ich rief

Was verunsichert dich? Woran zweifelst du genau? Hinterfrage auch deine Ängste. Machen sie Sinn oder existieren sie nur in deinem Kopf? Wenn sie real sind, dann kannst du alle Stolperfallen im Vorfeld ausschalten. Suche eine Antwort oder Reaktion auf das eventuelle Worst-Case, in etwa so: Wenn … passiert, dann mache ich … Vertraue darauf, dass du für alle Hindernisse eine Lösung finden wirst. Das wird dich sicherer machen. Wahrscheinlich erscheint dir die eine oder andere Angst bei näherer Betrachtung gar nicht so schlimm.

 

Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten. – Henry Ford

 

Wenn du von vornherein glaubst, dass du etwas nicht kannst oder etwas nicht schaffst, dann wirst du eher scheitern. Aber wie wäre es, wenn du gedanklich einfach zum Ende deines Vorhabens springst und dir vorstellst, wie du es erfolgreich gemeistert hast? Drehe einen Erfolgsfilm in deinem Kopfkino – gerne mit viel Applaus. 

 

 

5 | Machen! Machen! Machen!

Der richtige Zeitpunkt kommt nie. Daher lohnt es sich nicht, sich den Kopf zu zerbrechen, was andere denken könnten oder was alles schief gehen kann. Überzeuge deinen Zweifler lieber mit Tun. Mit „Einfach machen“ kannst du deine Selbstzweifel überwinden. Nicht ist wertvoller als Erfahrungen – positive wie negative. Daraus kannst du lernen. Also mache einfach. Fang an.

Welche Ideen und Projekte holst du jetzt wieder aus der Schublade?

 

 

Und noch etwas Wichtiges zuletzt…

Sprich mit Freunden über deine Zweifel und die eingebildete Hochstapelei. Als ich die Schweigemauer durchbrochen habe, bin ich auf so viele Gleichgesinnte getroffen, die erleichtert waren, dass sie mit ihren Selbstzweifeln nicht allein auf der Welt sind. Auch das hat mir (und den Anderen sicher auch) geholfen, dass ich meine Selbstzweifel überwinden konnte.

 

Alles Liebe und viele starke Momente!

Deine Bianca

Die Stärkenreporterin

 

 

Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die vor Menschen sprechen.
Mein Job ist es, dass sie selbstbewusst auftreten, „Handwerkszeug“ und Technik für gutes Präsentieren bekommen, sicherer beim Reden werden und Ausstrahlung gewinnen.
Kurz: Ich mache Menschen fit für die kleine und die große Bühne, damit sie selbstbewusst auftreten und reden.

Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert