Der Blickkontakt ist eines der wirksamsten nonverbalen Signale. Für gewöhnlich schauen wir uns im Gespräch ins Gesicht. So bekommen die Augen in unserem Kulturkreis automatisch viel Aufmerksamkeit. Manchmal sprechen wir durch unsere Augen das aus, was wir nicht sagen würden oder können. Denke an die Blicke, die Verliebte tauschen – oder an die Redewendung „Wenn Blicke töten könnten“.

Was ein Blick jeweils bedeutet, ist ganz unterschiedlich und hängt von der Intensität und Dauer ab. Wer, wen, wie lange und wie oft anschaut, hinterlässt eine ganz unterschiedliche Wirkung. Schauen wir also mal etwas genauer hin.

 

Blickkontakt: Ein Blick sagt mehr als tausend Worte

Blickkontakt schafft Kontakt

Der Blickkontakt ist die Basis, um Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen. Bist du schon mal durch die Fußgängerzone gelaufen und hast das Blickverhalten der Menschen beobachtet? Ein spannendes Experiment. Sicher fallen dir diejenigen eher ins Auge, die deinen Blick erwidern – die dich auch anschauen. Menschen, die keinen Blickkontakt suchen, fallen uns häufig gar nicht erst auf. Wir nehmen sie nicht wahr. Übrigens: Nicht nur in der Fußgängerzone, auch im Büro oder Restaurant.

In dem Moment, in dem wir eine andere Person anschauen, schenken wir dieser Person Aufmerksamkeit. Und sobald unser Blick ein anderes Augenpaar trifft, treten wir in eine Beziehung – wir kommunizieren ohne Worte miteinander. Die Art und Dauer des (Augen)Kontaktes sagt gleichzeitig etwas über unsere die Art der Beziehung.

 

In dem Moment, in dem wir eine andere Person anschauen, schenken wir dieser Person Aufmerksamkeit. Klick um zu Tweeten

 

Freund oder Feind?

Sind wir einander freundlich gesonnen, ist unser Blick eher offen. Die Augen strahlen. Die Mimik ist weich und entspannt. Ein längerer Blick signalisiert gewöhnlich Interesse. Besonders im Gespräch ist dies elementar für einen guten Dialog. Doch Achtung: Ein starrer Blick kann feindselig wirken. Blicke, die regelrecht durchbohrend wirken, sind unangenehm und stören die Kommunikation. Sie wirken wie eine Bedrohung und lassen ein ungutes Gefühl in uns aufsteigen. Wenn sich die Augen verengen, die Augenringmuskeln kontrahieren, ist dies ein Zeichen von Aggression, Ärger oder Missbilligung.

 

 

Der standhafte Blick

Ein langer Blick schafft nicht nur Kontakt. Besonders in Gesprächen hinterlässt ein standhafter Blick Wirkung. „Wer zuerst weg sieht, verliert“. Sicher kennst du diesen Spruch. Willst du eine Aussage oder ein Argument durchsetzen, darfst du keinesfalls zuerst wegschauen. Auch wenn du mit der Aussage des Gegenübers nicht einverstanden bist, schaue auf keinen Fall weg. Halte den Blickkontakt länger, als du das üblicherweise tun würdest. Augen sagen hier mehr als Worte. Sie signalisieren, dass du ernst genommen werden willst und selbstsicher bist. Eine Wirkung, die du mit Worten gar nicht so ausdrücken kannst.

Oft werde ich gefragt, wohin man genau schauen soll, ohne gleich aufdringlich und durchbohrend zu wirken? Scharf fixieren können wir etwa nur eine Fläche in der Größe eines Daumennagels; sprich: ein Auge beim Anderen. Mein Tipp: Lass deinen Blick hin und wieder langsam von einem Auge zum anderen wandern. Dein Kopf sollte unbedingt gerade bleiben, während deine Augen ruhig schweifen. Denn bewegen sie sich schnell hin und her, vermittelst du Unsicherheit. Du kannst auch auf einen Punkt im Dreieck, dass durch Augen und Mund gebildet wird, schauen.

…und wenn du schüchtern bist und Blickkontakt scheust? Solange du damit kämpfst andere anzusehen, signalisierst du Ambivalenz, Zweifel und Unsicherheit. Wer sein Publikum oder sein Gegenüber nicht (gut) anschauen kann, wird schwer Vertrauen gewinnen und Kompetenz ausstrahlen. Also: Auch wenn es dir schwer fällt, tue es! Übe zunächst mit Spiegel, Fotos und dann live im Alltagsgetümmel – immer wieder. Und beobachte die (positiven) Veränderungen.

 

Ein fester Blick wirkt. Eine Wirkung, die du mit Worten gar nicht ausdrücken kannst. Klick um zu Tweeten

 

Wenn die Augen (weg)schweifen

Auch wenn du gut Blickkontakt halten kannst, wirst du ab und zu mit Absicht oder unbewusst den Blickkontakt vermeiden oder abbrechen. Wenn wir unsere Augen abwenden, kann dies beispielsweise aus folgenden Gründen sein:

  • nachgeben, eine Art Flucht
  • bestrafen, Dominanz zeigen
  • vermeiden einer Konfrontation und seiner Konsequenzen
  • aus Verlegenheit, Scham, Trauer
  • Desinteresse zeigen

Außerdem wenden wir unseren Blick ab, wenn wir nachdenken müssen. Frage mal spontan jemanden, wann er das letzte Mal im Kino war oder was er gestern gegessen hat. Die meisten Personen werden beim Nachdenken, den Blick abwenden – viele schauen zur Decke oder zur Seite. Wir unterbrechen den Blickkontakt, um unsere Aufmerksamkeit nach innen zu richten, um uns konzentrieren. Das ist ganz normal.

 

 

Blickmagnet – Wenn wir den Augen des Anderen folgen

Unser Blick hat auch eine magnetische Wirkung. Die Augen unseres Gegenübers folgen unserer eigenen Blickrichtung – automatisch, wie ein Magnet. Schaue z.B. mal die Lottozahlen im Fernsehen und beobachte, wohin du schaust, wenn die Zahlen präsentiert werden. Wohin blickt die Moderatorin in diesem Moment? Üblicherweise schaut die Moderatorin bei der Präsentation der Zahlen in Richtung der Zahlen, weg von der Kamera. Damit zieht sie deine Aufmerksamkeit auf die Zahlen.

Den Blickmagnet solltest du in Präsentationen gezielt einsetzen, um die Aufmerksamkeit deiner Zuhörer zu lenken, z.B. auf wichtige Statistiken, die du per Beamer zeigst.

 

 

Wie du mit deinen Augen noch mehr Wirkung erzielen kannst

 

 

 

Und zu Letzt: Blicke dich um!

Ein Blick kann vieles signalisieren. Beobachte mal die vielen Arten und die Wirkung – bei dir und anderen. Schaue dich mal um! 

Wenn es di schwer fällt Blickkontakt aufzubauen oder auszuhalten, dann lies hier weiter: Sich in die Augen schauen

 

Alles Liebe

Deine Bianca

Die Stärkenreporterin

 

 

Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die vor Menschen sprechen.
Mein Job ist es, dass sie selbstbewusst auftreten, „Handwerkszeug“ und Technik für gutes Präsentieren bekommen, sicherer beim Reden werden und Ausstrahlung gewinnen.
Kurz: Ich mache Menschen fit für die kleine und die große Bühne, damit sie selbstbewusst auftreten und reden.

Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert