Mal ehrlich, wenn du keinen Draht zu seinen Zuhörern bekommst, dann ist doch jede Präsentation oder jeder Vortrag Mist. Wenn dein Publikum nicht mitgeht, dann strampelst du dir als Redner einen ab. Vielleicht schlägt dir am Ende etwas Sympathie entgegen und du bekommst ein zustimmendes Lächeln – vielleicht aber nur wegen dem nahenden Ende. Nun kann dich nicht jeder mögen und auch nicht jedes Thema wird dein Publikum begeistern. Trotzdem: Gib alles für einen guten Draht und frage dich schon in der Vorbereitung, wie du gut in Kontakt mit deinen Zuhörern kommst und diese bis zum Ende hältst.

 

Schon vorher Kontakte zu deinen Zuhörern knüpfen 

Ich erinnere mich noch heute ungern an einen Vortrag, den ich vor vielen Jahren auf einer Netzwerkveranstaltung gehalten habe. Ich habe mir 45 Minuten einen abgestrampelt. Das war, als ob ich vor lauter Puppen stehe. Sämtliche Interaktionsversuche liefen ins Leere. Ich hätte den Vortrag auch aufnehmen können und via Fernseher laufen lassen.

Was ist passiert?

Inzwischen glaube ich, es lag sehr viel an mir, denn ich war vorher total nervös. Ich wollte mit niemandem sprechen und eher für mich sein. Zwischen meiner Ankunft und meinem Vortrag war eine Stunde Zeit. Eine Stunde, die ich nutzen konnte, um mit einigen Anwesenden ins Gespräch zu kommen. Eine Stunde, um vorher schon Kontakte zu knüpfen. Selbst wenn ich nicht mit jedem ins Gespräch kommen konnte, so hätten Andere gesehen, dass ich „eine Nette“ bin. Stattdessen haben mich wahrscheinlich alle für eine arrogante Ziege gehalten, die ja nicht mit ihnen sprechen will.

Wie blöd von mir. Es war schließlich auch eine Netzwerkveranstaltung. Nun ja, jetzt bin ich schlauer.

Nervosität hin oder her. Ich rate dir schon vor deiner Präsentation mit deinen zukünftigen Zuhörern ins Gespräch zu kommen. Das lenkt dich nebenbei auch ab und du und deine Nervosität sind nicht so allein mit sich. Plaudere ein bisschen mit den Leuten. Mache Smalltalk. Du musst selbst gar nicht viel reden, sondern stelle Fragen und höre zu. Manchmal reicht schon ein freundliches Lächeln. Wir können ja bekanntlich nicht nicht kommunizieren. Lass dir die Chance nicht entgehen.

Ein guter Draht zu deinen Zuhörern: Wie du ihn bekommst und hältst. | Bianca Grünert | Die Stärkenreporterin

 

Wie du zu Beginn deiner Präsentation deine Zuhörer gewinnst

Schon, wenn du die Bühne oder den Vortragsplatz betrittst, kommst die nächste Chance für einen guten Draht zu deinen Zuhörern. Jetzt schieben dich die Menschen vor dir, die dich vorher noch nicht wahrgenommen haben, in eine Schublade: Nett oder Blöd?

Ziehe alle Register eines guten ersten Eindrucks: Lächeln, Blickkontakt und Entspanntheit. Zeige dich offen durch einen offenen Blick und eine offene Körperhaltung. Atme entspannt. Lass dir Zeit.

Mehr dazu kannst du auch in der Folge zum ersten Eindruck in meinem Podcast hören: Der erste Eindruck: Wie du Sympathiepunkte sammeln kannst

Ach und vergiss deine gute Kinderstube nicht: Guten Tag. Danke für eure Zeit. …o.ä.

Übrigens interessiert Menschen auch, wer du bist. Also erzähle zu Beginn auch etwas Persönliches. Vielleicht findest du Anknüpfungspunkte zu den Interessen deiner Zuhörer. Stelle dich nicht nur als Kompetenzbolzen hin und rattere deine Qualifikationen runter, sondern zeige dich auch als Mensch.

Du kannst auch gern mit einer Frage an deine Zuhörer starten. So hast du sie direkt von Anfang an aktiviert.

Wenn es geht kannst du auch quer durch die Zuhörer in Richtung Bühne gehen. Eine gute Möglichkeit deinen Zuhörern auf Augenhöhe zu begegnen. Ich habe auch schon gesehen, dass Redner ihre Präsentation im Publikum begonnen haben. Auch bei Fernsehshows kannst du das ab und an beobachten.

 

Präsentieren: Mach alles außer Langeweile! Klick um zu Tweeten

 

Wie du den Kontakt halten kannst

Nun hast du schon viel gewonnen, doch im Laufe deiner Präsentation geht es darum den Kontakt zu halten. Sicher kennst du das, dass du hin und wieder einzelne Zuhörer verlierst. Jetzt muss das nicht nur an dir liegen, doch du kannst einiges dafür tun, um sie zurück zu gewinnen.

Eine gute Möglichkeit sind Fragen:

  • Rhetorische Fragen: Sie aktivieren zum Nachdenken.
  • Ja/Nein-Fragen oder Wie viele von euch-Fragen: Bitte um Handzeichen. So werden deine Zuhörer auch körperlich aktiv. (Präsentationstipp: Zeige selber auch, so sieht dein Publikum auch, was es machen soll)

Neben Fragen kannst du deine Zuhörer auch mit Mitmach-Übungen aktivieren. Okay, es passt sicher nicht bei der Präsentation der Quartalszahlen. Oder doch? Ich fordere meine Zuhörer gern auf mit ihrem Sitznachbarn kurz zu kommunizieren. Etwa so: Sage deinem Sitznachbarn: Das ist ok. Oder: Das ist spannend. Oder: Tauscht euch 1 Minute über … aus. Das hat bisher immer geklappt. Zugegeben es ist mutig, denn es entspricht nicht dem Präsentations-Standard. Probiere es aus, denn die Rückmeldungen, die ich für diese kleinen Interaktionen bekomme, sind super.

Ja, Präsentieren ist Arbeit. Auch körperliche Arbeit. An manchen Tagen habe ich abends das Gefühl ich war den ganzen Tag auf dem Bau. Sei immer etwas energetischer als deine Zuhörer. Spiele gern auch mit deiner Energie und baue Rhythmuswechsel ein: mal lauter – mal leiser sprechen, mal mehr bewegen – mal weniger, mach Pausen – sprich schnell und voller Energie…

 

Mach alles außer Langeweile!

Sprich mit deinen Zuhörern!

 

Ach: Und vergiss das Ende nicht. Denn der letzte Eindruck bleibt.

 

 

Alles Liebe

Deine Bianca

Die Stärkenreporterin

 

 

Bild: unsplash.com

Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die vor Menschen sprechen.
Mein Job ist es, dass sie selbstbewusst auftreten, „Handwerkszeug“ und Technik für gutes Präsentieren bekommen, sicherer beim Reden werden und Ausstrahlung gewinnen.
Kurz: Ich mache Menschen fit für die kleine und die große Bühne, damit sie selbstbewusst auftreten und reden.

Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert