„Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Haben Sie noch Fragen?“ So oder so ähnlich enden viele Präsentationen. Mal ehrlich: Langweiliger geht es kaum, oder? Dabei wollen wir doch den besten Eindruck hinterlassen. Gerade am Ende einer Rede kannst du nochmal richtig punkten; eine Wirkung schaffen, die positiv nach klingt. Vielleicht sogar neue Kunden gewinnen oder persönlich auf dich aufmerksam machen. Was solltest du also vermeiden? Und wie kannst du den besten Eindruck hinterlassen?

 

Reden gekonnt beenden-Der letzte Eindruck bleibt | Bianca Grünert | selbstbewusst-wirken.de | Köln

 

Reden gekonnt beenden – oder: Der letzte Eindruck bleibt

Nicht nur der Beginn deiner Rede ist ein wichtiger Teil (Wie du schon am Anfang deiner Rede alle vom Hocker reißt). Auch am Ende kannst du deine Präsentation noch richtig vermasseln. Zuhörer wollen bis zum Ende bestens unterhalten werden – oder nochmal wachgerüttelt werden. Vor allem für deinen persönlichen Eindruck solltest du dir deinen Ausstieg aus deiner Rede oder Präsentation vorher gut überlegen. Nebenbei kannst du so auch Patzer deiner Präsentation ausmerzen. Denn so wie der Anfang deiner Rede, ist auch der Schluss deiner Präsentation entscheidend für deine Wirkung. Auch der letzte Eindruck bleibt – stärker als die eigentliche Rede – in der Erinnerung deiner Zuhörer.

 

 

Ein schwacher Abschluss macht den letzten Eindruck kaputt

Kennst du das? Die Präsentation war eigentlich schon zu Ende. Eigentlich. Und dann wird am Ende des Vortrages noch ein „neues Fass aufgemacht“. Vielleicht weil der Redner noch etwas vergessen hat? Die Zeit noch nicht um ist und gefüllt werden muss? Egal warum. Ende ist Ende. Wenn dir zum Schluss noch etwas einfällt, dann lass es weg. Dein Publikum weiß das nicht. Behalte es für dich und sorge für ein starkes Ende, dass keine neuen Ideen mehr aufgreifen muss.

Schlimmer noch: Es gibt keinen erkennbaren Abschluss, sondern die letzten Worte des Redners sind abrupt „So, das war es jetzt von mir.“

Oder ein Redner bedankt sich ausführlich für die Aufmerksamkeit. Du kennst sicher auch die letzte PowerPoint-Folie „Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!“ meist mit einem lustigen Bildchen. Dein Publikum sollte dir eigentlich dankbar sein! Als Redner machst du dich damit klein und schwächst deine Wirkung am Ende. …und woher weißt du, dass deine Zuhörer aufmerksam waren?

 

 

Den besten Eindruck mit einem starken Ende hinterlassen

So hinterlässt du den besten Eindruck, machst deinen Vortrag rund und unterstreichst deine Kompetenz:

  • Kündige dein Ende an. Am besten hast du deinem Publikum bereits zu Beginn eine Struktur oder eine Agenda gegeben. Deine Zuhörer sollten zu jeder Zeit deiner Präsentation wissen, an welcher Stelle du gerade bist. So kommt das Ende nicht überraschend. Und doppelt hält besser. Zusätzlich kannst du mit abschließenden Sätzen das Ende einleiten. (Als letzten Punkt möchte ich noch… / Bevor ich zum Ende komme, lassen Sie mich… / Zum Schluss lassen Sie mich zusammenfassend sagen…)
  • Wiederhole und fasse deine Kernaussagen zusammen (Wir haben erkannt, dass erstens…, zweitens…, drittens…)
  • Stelle einen Bezug zu den Interessen/ Wünschen/ Problemen deiner Zuhörer her. Das Publikum fragt sich immer, was es ihm selbst nutzt, warum sie sich das anhören oder ein Produkt kaufen sollten. Beantworte ihnen diese Frage. (Für Sie bedeutet das…)
  • Gib einen Ausblick oder eine Prognose (Auch in Zukunft werden wir daran weiter arbeiten, dass… / In Veranstaltung X, bekommen Sie weitere Informationen über… / In zwei Monaten werde ich Ihnen… / In den nächsten Jahren wird sich…)
  • Gib deinem Publikum einen Appell oder eine Handlungsaufforderung mit. Was soll das Publikum (jetzt) tun? (Machen Sie jetzt… / Ich empfehle Ihnen… dies und das)
  • Mache die Sache – deine Rede – rund. Greife deinen Einstieg wieder auf. Hast du am Anfang einen starken Satz benutzt, greife ihn wieder auch. Hast du am Anfang Musik gespielt, lass sie wieder laufen…
  • Hinterlasse ein positives Gefühl. Selbst wenn es in deiner Rede nach Arbeit klingt oder Veränderungen für deine Zuhörer anstehen, … Du bist als Redner nicht nur Überbringer einer Nachricht, sondern auch Motivator. Vielleicht hast du eine Idee, wie es gehen könnte oder Tipps, die zum Gelingen beitragen. Mit Humor kannst du die Stimmung auf jeden Fall positiv beeinflussen oder die Dinge erleichtern.
  • Wenn du am Ende der Zeit oder deiner Rede bist, dann ist Schluss. Punkt. Bringe keine neuen Gedanken und Ideen rein. Diese kannst du später in einzelnen Gesprächen auch noch loswerden.

 

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! ist die schlimmste PowerPoint-Folie ever! Mach es lieber persönlicher! Klick um zu Tweeten

 

Haben Sie noch Fragen?

Häufig höre ich nach Präsentationen, die eigentlich schon zu Ende sind: „Haben Sie noch Fragen?“ Was tun, wenn keine Fragen mehr gestellt werden. Als Redner steht man dann etwas blöd da. Oder du kannst eine Frage nicht beantworten. Willst du diesen Eindruck hinterlassen? Sicher nicht. Oder es kommen tausend Fragen. Nun beginnst du wieder von vorn. Einige schreien dabei innerlich ‚Nein!‘ und wollen lieber Feierabend machen. Im besten Fall ließ deine Rede keine Fragen offen und war inhaltlich und dramaturgisch top.

Mein Tipp: Stelle diese Frage nicht, nachdem du deinen Vortrag beendet hast. Lass Fragen bereits während deiner Rede zu. Passen sie gerade nicht, notiere sie auf einem „Themenspeicher“ (vielleicht ein Flipchart oder Moderationskarten) und komme VOR dem eigentlichen Ende deiner Rede darauf zurück. Dann dürften keine Fragen mehr offen bleiben, bevor du zum Abschluss kommst und dein Finale ansteht.

Oder: Biete dem Publikum an, offene Fragen im Anschluss abseits der Bühne zu beantworten.

 

 

Applaus Applaus Applaus

Ende. Weg. Halt! Das fluchtartige Verlassen der Bühne ist ein Wirkungskiller. Viele Redner rennen schnell weg oder setzen sich hin. Beobachte das mal. Und mache es anders. Hole dir deinen Applaus ab. Das ist dein Lohn. Du standest sowieso schon die ganze Zeit im Mittelpunkt. Auf diese paar Sekunden kommt es nicht mehr an. Aus Erfahrung weiß ich: Das tut sooo gut.

Also: Bleibe unbedingt stehen und schaue dein Publikum an. Und dann: Genießen. Genießen. Genießen.

 

 

Achtung: Die Show geht weiter

Wenn du nach deiner Präsentation noch mit deinem Publikum sprichst oder dich am Umtrunk mit Häppchen beteiligst, gehört dies zu deinem Auftritt. Deine Zuhörer sehen dich immer noch als den Redner. Du bist noch mitten in der Show. Wie du dich verhältst und was du sagst, geht auf dein Redner-Beurteilungs-Konto. Vollständig abschalten, solltest du erst, wenn du wieder an einem anderen Ort bist.

 

So wie eine gute Rede beginnt, sollte sie auch enden. Der beste Eindruck passiert nicht zufällig. Er braucht Vorbereitung. Denn er wirkt. Wollen wir nicht alle eine bleibende Erinnerung an uns schaffen – natürlich ein positive?

 

Bild: Stocksnap

 

 

Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die vor Menschen sprechen.
Mein Job ist es, dass sie selbstbewusst auftreten, „Handwerkszeug“ und Technik für gutes Präsentieren bekommen, sicherer beim Reden werden und Ausstrahlung gewinnen.
Kurz: Ich mache Menschen fit für die kleine und die große Bühne, damit sie selbstbewusst auftreten und reden.

Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert