Weißt du, was du Präsentationen alles mit deinen Händen machst oder wie sich dein Gesicht in Gesprächen manchmal verzieht? Wahrscheinlich nicht. Denn Körpersprache läuft zu einem großen Teil automatisch ab – ist uns nicht bewusst. Und Körpersprache ist verdammt schnell – schneller als wir sie bemerken. Sie plaudert ungefiltert aus, was uns gerade bewegt. Stimmen wir unserem gegenüber zu oder finden wir sein Argument unmöglich? Freuen wir uns über das Gesagte oder macht es uns Angst? Noch bevor wir bewusst darüber nachdenken, spricht unser Körper die Antwort aus – mal mehr, mal weniger laut und deutlich. Doch was sagt unser Körper alles und vor allem warum? …und wie soll ich dann Körpersprache trainieren, wenn sie einfach so passiert?

Nehmen wir mal an, du sitzt in einem Gespräch mit einem Kollegen. Es geht um organisatorische Dinge eures Projektes. Ihr seid ein gutes Team. Heute hattest du schon einen anstrengenden Vormittag und möchtest unbedingt pünktlich nach Hause gehen. Dein Kollege kam schon zu spät und sagt dir nun, dass er mit einigen Aufgaben noch nicht fertig ist. Ihr müsst euren Projektplan heute noch neu überdenken. Das macht die ziemlich wütend, doch du willst es nicht so zeigen, denn: Ihr seid ein gutes Team.

Schauen wir mal darauf, was körpersprachlich passieren könnte?

 

Warum Körpersprache automatisch ist | Kommunikation und Körpersprache | selbstbewusst-wirken.de | Bianca Grünert | Köln

 

Wie Körpersprache „passiert“

Egal, was dein Kollege dir sagt, alles läuft durch deinen Wahrnehmungs-Filter. Und der ist heute gefärbt von Zeitdruck, Ärger und Stress. Nun sagt dir dein Kollege noch, dass er mit seinen Aufgaben nicht rechtzeitig fertig wird. Vielleicht ist sein Tonfall noch unterwürfig und schreit förmlich: „Hilf mir dabei!“.

Der entwicklungsgeschichtliche älteste Teil deines Gehirns macht unverzüglich eine Schnell-Analyse des Gefahrenpotenzials der Botschaft. Nur maximal einen Wimpernschlag lang dauert es, bis das WAS und WIE der Nachricht mit alten Erfahrungen abgeglichen ist. Sofort klingeln bei dir sämtliche Alarmglocken. Dein Gehirn weiß schon: Das ist nicht mehr zu schaffen, außer wir setzen uns jetzt noch drei Stunden zusammen hin und arbeiten gemeinsam nach. Aber wie, du wolltest doch gleich nach Hause. Wie ärgerlich!!!

Genau dieser Ärger wird sofort spontan außen sichtbar – mittels Körpersprache. Vielleicht ballen sich deine Fäuste oder du presst den Mund zusammen und runzelst die Stirn. Das machst du nicht bewusst, sondern es schießt quasi ganz spontan als erste Reaktion aus dir heraus. Samy Molcho sagte einmal treffend:

Der Körper ist der größte Schwätzer aller Zeiten.

Und nur mit einer guten Wahrnehmung fällt dir auf, was du mit deiner Körpersprache ausgeplaudert hast. Und erst hier kommt unser Großhirn ins Spiel. Es braucht länger um die Informationen zu verarbeiten, denn die Analyse ist gründlicher. Deswegen bemerken wir unsere Reaktionen später, nachdem wir bewusst darüber nachdenken. Erst dann können wir unsere Haltung, Mimik oder Gestik korrigieren. Körpersprache ist aber längst passiert und hat deinen Ärger bereits ausgedrückt.

In meinen Seminaren spreche ich immer von Kosmetik. Kosmetik dauert, ist nicht immer ehrlich, kann aber die Beziehungsebene retten. Du könntest in unserem Fall deine Stirnfalten entrunzeln und deine Fäuste lockern bevor du deinen Ärger aussprichst. So klingt es sicher milder. Vorausgesetzt du hast deine Reaktion wahrgenommen und hast nicht gleich spontan geantwortet.

 

Nur mit einer guten Wahrnehmung fällt dir auf, was du mit deiner Körpersprache ausgeplaudert hast. Klick um zu Tweeten

 

Wie soll ich denn dann meine Körpersprache trainieren?

Ja, hier liegt der Haken aller Körpersprache-Trainings. Schaut man von hinten drauf, bleibt nur Kosmetik. Damit du authentisch bleibst, musst du sehr viel üben und brauchst eine gute Wahrnehmung. Einfacher und wirkungsvoller ist nur der Weg von vorn. In unserem Beispiel hatten wir von Anfang an die Zeitdruck-Ärger-Stress-Brille auf. Diese hat die körpersprachliche Reaktion noch verstärkt. Wenn wir eine neutrale bis positive Brille aufsetzen bevor wir in ein Gespräch gehen, fällt die Reaktion nicht so heftig aus. Wir ärgern uns sicher auch, doch hauen wir vielleicht nicht gleich auf den Tisch. D. h. deine innere Haltung beeinflusst deine äußere Haltung.

Unser Beispiel mal anders: Was wäre, wenn dein Kollege dir gesagt hätte, das er alle Aufgaben und noch viel mehr bereits erledigt hat. Mit der Zeitdruck-Ärger-Stress-Brille fällt deine Freude darüber nicht so überschwänglich aus, wie mit einer positiven Stimmung vor eurem Gespräch. Auch bei diesem Weg geht nichts über Wahrnehmung – Wahrnehmung für Gefühle oder Einstellungen.

Ein gutes Körpersprache-Training setzt deswegen immer bei der inneren Haltung an. Körpersprache hat viel mit Wahrnehmung unserer Stimmung und der Einstellung zu den Dingen zu tun. …und daran können wir sehr gut arbeiten.

 

 

Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die sich im Job nicht gut verkaufen können und ihr Licht oft unter den Scheffel stellen. Die aber beruflich weiterkommen wollen und können.
Ich zeige ihnen, wie sie ohne Angeberei auf sich und ihre Leistungen aufmerksam machen. Wie sie selbstbewusst ihr Können zeigen und sich charmant im besten Licht präsentieren. Und wie sie einen Plan entwickeln, der ihnen im Job Türen und Herzen öffnet – der sie beruflich weiterbringt.
Als „Die Stärkenreporterin“ ist meine Mission erfüllt, wenn meine Kunden selbstbewusst auftreten, sich gut verkaufen und beruflich weiterkommen.
Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert