Ob große oder kleine Bühne – ob eine Rede vor vielen Menschen oder eine Präsentation im Teammeeting … Souverän wirken und mit unseren Worten begeistern – das wollen wir alle. Und auch persönlich wollen wir glänzen. Doch wenn schon nach den ersten Worten die Luft raus ist, dann wird es schwer, die Zuhörer vom Hocker zu reißen. Und das liegt ganz allein an dir. Dein Thema hin oder her. Nur du selbst kannst mit dem Einstieg in deine Rede oder Präsentation Begeisterung entfachen – oder auch nicht.

 

Wie du schon am Anfang deiner Rede alle vom Hocker reißt

 

Einschläfernd war gestern. Wie du schon am Anfang deiner Rede alle vom Hocker reißt.

Der Beginn ist ein sehr wichtiges Element in Präsentationen oder Reden – egal ob vor ganz wenigen oder vielen Menschen. Klar soll sie einen Einstieg in dein Thema geben, aber für einen wirkungsvollen Auftritt muss sie noch viel viel mehr. Sie muss Interesse und Neugier wecken. Sie muss deine Zuhörer in deinen Bann ziehen. Und sie muss deinem Publikum direkt klar machen, warum es sich lohnt dir zu zuhören.

 

 

Vom Fluch und Segen des Einstieges

Im Beginn jeder Rede liegen ein Fluch und auch ein Segen:

  1. Wir Redner sind aufgeregt.
  2. Das Publikum ist aufmerksam.

…und nun? Gegen die Aufregung (1) kannst du als Redner etwas tun oder lernen mit ihr umzugehen. Hier macht schon Übung den Meister oder die Meisterin. Und warum solltest du deine ersten Sätze nicht einfach auswendig lernen (Mehr zum Umgang mit Lampenfieber? …lies hier: Wie du mit Lampenfieber die Bühne eroberst).

Die Aufmerksamkeit des Publikums (2) ist dagegen ein Geschenk. Verpacke es ansprechend. Lass dein Publikum neugierig werden, auf das was da kommt. …und beantworte ihnen gleich ihre Frage: Was bringt mir das?

 

 

Der Opener: Von Anfang an begeistern

Vielleicht beginnst du deine nächste Präsentation mal so:

  • Mache eine positive Unterstellung: Wissenschaftler glauben…, Alle Profis…
  • Gib ein passendes Zitat: Goethe sagte einmal… und genau das ist es, um das es jetzt geht…
  • Erzähle kurz eine persönlich erlebte Geschichte: Gestern war ich auf einer Veranstaltung, wo…, Als ich vor einigen Jahren… und deshalb ist das mein Thema.
  • Tauche mitten ins Geschehen ein: Bring Requisiten mit oder demonstriere etwas Passendes zu deinem Thema
  • Beziehe dich auf einen aktuellen Anlass (etwas, dass alle durch die Medien erfahren haben): Sie haben alle von… gehört. Und so ähnlich ist die Entwicklung (Stimmung, Abläufe, …) hier…
  • Spiele Audios oder Videos vor.

Neben dem Blickkontakt und einer offenen Körperhaltung ist es wichtig, dass du auch verbal Kontakt zu deinen Zuhörern aufnimmst – in Interaktion gehst. Das ist einfacher in kleinen Runden, aber auch bei großem Publikum geht das. Stelle Fragen und lass dein Publikum durch Handzeichen mitmachen. Hier noch ein zwei Frage-Beispiele: Kennen Sie das? … Wer ist der Meinung dass…?

Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass deine Zuhörer direkt erkennen, dass es sich lohnt, dir zuzuhören. Nutze die Aufmerksamkeit deines Publikums, um neugierig zu machen. Sieh den Aufmerksamkeits-Höhepunkt als ein Geschenk – ein Segen zu Beginn jeder Rede.

Und noch etwas: Wer die meiste Energie einbringt, der führt. Der, der am meisten Energie hat, ist der Leader. Du als Redner musst also Power auf die Bühne bringen. Diese Energie überträgt sich auf dein Publikum und schafft Aufmerksamkeit. Ich meine jedoch nicht, dass du den Clown spielst. Entwickle ein Gespür für den Energielevel deiner Zuhörer. Wieviel Power verträgt und braucht dein Publikum?

Komm erst nach dem Opener kurz auf die Punkte, über die du sprechen wirst. Gib deinen Zuhörern so eine kurze Orientierung, was sie erwartet. Vielleicht so: „In den kommenden 20 Minuten werde ich Ihnen drei Möglichkeiten zeigen, wie Sie…“ …und dann kann es richtig losgehen.

 

Der, der am meisten Energie hat, ist der Leader. Du als Redner musst Power auf die Bühne bringen. Klick um zu Tweeten

 

So kommt bestimmt Langeweile auf

Deine Zuhörer sollten von Anfang an „JA“ sagen. Das erreichst du jedoch nicht mit den üblichen Floskeln „Ich begrüße Sie sehr herzlich. Schön, dass Sie hier sind…“ oder „Sehr geehrte Zuhörer, ich heiße…, ich bin… und ich möchte Ihnen jetzt…“ Trägst du dann erstmal langatmig deinen Lebenslauf vor oder erklärst, wo die Toilette oder das Büffet ist oder redest über Selbstverständlichkeiten, die deine Zuhörer aus der Agenda kennen, …dann ist schon am Anfang die Luft raus und du hast deine Zuhörer verloren.

Auch ein Witz kann häufig daneben gehen. Das würde ich mindestens einmal proben. Blöd stehst du da, wenn niemand lacht. Es wird auch niemand lachen, wenn du dich am Anfang gleich entschuldigst für… „Ich habe erst gestern erfahren, dass ich hier heute zu… sprechen soll.“ „Entschuldigen Sie die schlechte Tonqualität, aber…“ oder ähnliche „Sorry für…“ So wirst du schon zu Beginn als weniger kompetent wahrgenommen und musst im Laufe deiner Rede ganz schön ackern, um dein Publikum zu überzeugen.

Und ganz am Ende – obwohl es erst der Anfang ist – bist du mit der sog. Selbstmord-Eröffnung a la „Ich hatte eh einen Termin hier, da konnte ich auch direkt hier vorbeikommen, …“ Puhhh…

 

Also: Mach es lieber auf die begeisternde Art. Und dein Publikum wird dich lieben. …und nur so wirst du mit deinen Worten etwas bewirken und in positiver Erinnerung bleiben. Ist es nicht schön, wenn dein Publikum von Anfang an mit dir mit geht?

 

Bild: pixabay.com

 

 

Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die vor Menschen sprechen.
Mein Job ist es, dass sie selbstbewusst auftreten, „Handwerkszeug“ und Technik für gutes Präsentieren bekommen, sicherer beim Reden werden und Ausstrahlung gewinnen.
Kurz: Ich mache Menschen fit für die kleine und die große Bühne, damit sie selbstbewusst auftreten und reden.

Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert