Wohin mit den Händen? Eine Frage, die viele bewegt. Dich auch? Es gibt so viele Möglichkeiten. Hände falten, verschränken oder baumeln lassen. Hände hinter den Rücken oder in die Hosentaschen. Tasche festhalten oder Handy in die Hand nehmen. Irgendwie ist das alles komisch, oder? Was wirkt gestellt oder unfreundlich? Wie wirkt man sympathisch und selbstbewusst? Meine Antwort verwundert die meisten, denn ich frage erstmal: Was machst du normalerweise und womit fühlst du dich wohl? Für eine optimale Haltung der Arme gibt es keine allgemeine Antwort. Zudem machen unsere Hände meistens sowieso was sie wollen. Aber wenn du dir dass bewusst machst, kannst du mit etwas Kosmetik deine Hände zu einem Helfer einer positiven und souveränen Ausstrahlung machen.

 

Wohin mit den Händen - Hände halten, aber wie?

 

Warum unsere Hände sowieso machen, was sie wollen

Unsere Hände machen, was sie wollen. Automatisch verstecken sie sich in den Hosentaschen. Dir ist kalt? Dann hast du die Arme wahrscheinlich verschränkt. Wenn du entspannt bist, dann baumeln deine Arme eventuell seitlich runter. Und wenn du dich gerade über etwas ärgerst, kann es sein, dass du deine Fäuste ballst. Beobachte dich mal. Was machst du mit deinen Händen, wenn du stehst und wartest. Und vor allem: Wie fühlst du dich oder was denkst du gerade?

Unsere Hände übersetzen unsere Stimmung und Gedanken ins außen. Sie HANDeln. Automatisch. Und deswegen kannst du dir keine bestimmte Handhaltung antrainieren. Das wirkt komisch. Eine authentische (Hand)Haltung kommt von innen. Überprüfe deswegen deine Stimmung und ändere erst deine Gedanken. Dann HANDelst du anders – ganz automatisch. Bist du verärgert und hakst die destruktiven Gedanken ab, dann entspannen sich deine Arme ganz von allein. Und das wirkt nach außen positiver.

 

 

Du willst etwas verändern?

Wenn du etwas verändern möchtest, mach dir also erstmal bewusst, was du gerade denkst und fühlst. Bist du unsicher, so stärke dich innerlich. Wenn du verärgert bist, bringe dich innerlich auf „neutral“. Deine Wirkung ändert sich wie von Zauberhand.

Und für normale Situationen: Beobachte dich erst einmal. Was machst du alles mit deinen Händen – im Job, beim Warten auf den Bus, beim Smalltalk… Erzielst du die Wirkung, die du erzielen möchtest? Wenn ja: Prima, dann lass es so wie es ist! Wenn nicht: Was wäre für dich entspannt? Womit fühlst du dich unwohl? Beobachte andere. Was machen sie mit ihren Händen? Was dir gefällt, kannst du gern selbst ausprobieren. Stell dich vor den Spiegel und schau, ob es zu dir passt. Nimm im Alltag ab und zu eine/diese andere Haltung ein. Lass dir von bekannten Menschen sagen, wie es wirkt und ob es zu dir passt. Das Feedback anderer ist so wertvoll. Nutze es. Probiere verschiedene Armhaltungen aus. Umso öfter du dich korrigierst, umso eher wirst du so dein Handlungsrepertoire erweitern.

 

 

Wie willst du wirken?

…oder: Auf dein Ziel, die Situation und deine Rolle kommt es an

Die Wohin mit den Händen – Frage ist stark situationsabhängig. Auch davon, in welcher Rolle du gerade bist und wo. Es gibt Situationen, in denen die Hände in den Hosentaschen dich wenig kompetent und verschränkte Arme dich passiv wirken lassen. Im Beruf sicher wenig erfolgreich. Auf einer Party ist das okay. Wie würde da die Merkel-Raute wirken? Wundere dich nicht, wenn dich dann niemand anspricht. Was du mit deinen Händen machst, ist stark davon abhängig, was du erreichen möchtest.

 

 

Lass deine Hände gut mitreden – Mit ein bisschen Kosmetik positiv wirken

Bist du dir deiner Haltung bewusst, hast du deine Gedanken „im Griff“ und weißt du, was du erreichen willst, kannst du je nach Situation etwas Kosmetik betreiben. Mit nur kleinen Korrekturen kannst du deine Ausstrahlung positiv in die gewünschte Richtung beeinflussen.

Aber was hat welche Wirkung auf andere? Ich gebe dir jetzt ein paar allgemeingültige Hinweise, auf die du „ein Auge werfen“ kannst:

  • Nimm die Hände aus der Hosentasche, wenn du Aktivität vermitteln möchtest oder dein Gegenüber dies als ungehörig betrachten könnte.
  • In Gruppen oder im Gespräch wirken verschränkte Arme verkrampft und hindern dich daran Gesten zu machen. Nimm sie dann besser auseinander. Außerdem vermitteln die Hände vor dem Oberkörper Unsicherheit. Oder warum musst du dich gerade schützen?
  • Hole deine Hände hinter dem Rücken vor, wenn du sicher und aktiv wirken möchtest. Außerdem: Wenn deine Hände nicht sichtbar sind, kannst du nicht „mitreden“.
  • Stemmst du deine Hände in die Hüfte, zeigst du an: Jetzt Action bitte. Ich bin bereit loszulegen. Und selbstbewusst.
  • Aktivität signalisierst du, wenn du deine Arme (oder nur einen) in Bauchnabelhöhe hältst. Von hier aus kannst du schnell Gesten einsetzen oder jemanden die Hand geben. Und noch etwas Positives passiert: Dadurch, dass die Arme nicht am Körper anliegen, vergrößerst du den Raum den du einnimmst und wirkst präsenter.
  • Mit seitlich hängenden Armen kannst du nichts verkehrt machen. Deine Hände sind sichtbar und du hast sie griffbereit. Außerdem signalisiert das, dass du gerade entspannt bist. Lass sie nur nicht zu sehr am Körper „kleben“.
  • Fürs Gespräch gilt: Lass deine Hände ruhig mitreden. Hände können vieles ausdrücken. Sie können flehen, anfeuern, besänftigen, einladen, zurückhalten. Letztlich vermitteln Sie Engagement womit du dein Gegenüber bewegen kannst.
  • Beim Sitzen ist es einfacher: Sitzt du am Tisch, dann lege deine Hände darauf. Hände gehören nicht unter dem Tisch – außer du hast was zurückzuhalten. Ohne Tisch lege sie locker in den Schoss oder auf die Armlehnen (wenn es sie gibt).

Bei allem gilt: Es muss zu dir und zur Situation passen. Überprüfe deine Wirkung. Und sei flexibel. Denn immer nur eine Merkel-Raute ist auch irgendwie langweilig.

 

 

Meine „Wohin mit den Händen“ – Lösung

Jetzt verrate ich dir noch meine „Favoriten“. Ich lege meine Hände gern vor dem Bauch ineinander. So muss ich sie nicht erst aus dem „Keller“ holen, um sie mitreden zu lassen und nehme mehr Raum ein. Außerdem gibt mir das ein gutes Gefühl. Ich habe es so „im Griff“. Es gibt auch Situationen, da stecke ich eine Hand gern in die Hosentasche. So habe ich noch eine Hand frei, um aktiv zu werden. Und mit baumelnden Armen drücke ich gern aus, dass ich gerade entspannt bin.

 

Bild ohne Sprechblasen: pixelio.de

 

 

Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die manchmal an sich und ihren Fähigkeiten zweifeln oder sich nicht gut genug fühlen und unsicher auftreten. Ich unterstütze sie dabei, zu entdecken, was in ihnen steckt, selbstbewusster zu werden und sich im besten Licht zu präsentieren, um andere von sich oder ihren Ideen zu überzeugen.
Wenn du weißt, was du kannst und selbstbewusst auftrittst, dann ist meine Mission erfüllt.
Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert