Wir alle kennen das: Wir betreten einen Raum mit vielen fremden Menschen und hundert Augen sind plötzlich auf uns gerichtet. Wir werden von oben bis unten gescannt. In Windeseile fällen die anderen ein Urteil über uns – positiv oder negativ. Es ist wie ein Magic Moment. Dabei haben wir noch gar nichts gesagt.

Doch wie macht man es nun? Wie kannst du beim ersten Eindruck glänzen – im Magic Moment sprichwörtlich „gut dastehen“? Was öffnet dir Türen und Herzen? Schauen wir mal genauer hin.

 

Erster Eindruck - Magic Moments

 

 

Was im Magic Moment passiert

Für unsere keulenschwingenden Vorfahren war die überlebenswichtige Frage: Bist du ein Freund oder Feind? Und das tun wir auch heute noch, wenn wir Fremden gegenüberstehen – meist unbewusst und subtiler. Das Urteil fällen wir schon zwischen einer viertel und 90 Sekunden. Innerhalb dieser kurzen Zeit fragen sich Milliarden von Nervenzellen in unserem Gehirn: Bist du mir sympathisch oder nicht? Finde ich dich angenehm und bist du mir geheuer – oder eben nicht? Die Antwort entscheidet über den weiteren Verlauf der Begegnung und nicht zuletzt über Beziehungen und Karrieren. Der Magic Moment bestimmt, ob es eine weitere Begegnung gibt.

Die Psychologie spricht hier vom Primäreffekt. Der ist zwar oberflächlich, aber nicht zu unterschätzen. Nur wer uns geheuer ist, wen wir nach etwa einer Sekunde als sympathisch eingestuft haben, der hat Chancen, dass wir genauer hinschauen.

 

 

Der erste Eindruck: Was wir scannen

Laut einer Studie des Max Planck Instituts für Verhaltenspsychologie nehmen wir Fremde in den folgenden vier Minuten genauer unter die Lupe: Zunächst schauen wir auf Merkmale, wie Alter und Geschlecht, checken die Figur und die Kleidung. Erst danach mustern wir Details wie die Körperhaltung, die Hände, den Oberkörper und wenn gesprochen wird Stimme und Tonmelodie. Es sind über 100 Merkmale, die wir in den ersten vier Minuten unbewusst (!) wahrnehmen und scannen. Dann haben wir uns einen Eindruck vom Fremden gebildet. Der mag nicht zu 100 Prozent stimmen, aber neue Informationen ordnen wir diesem Urteil unter und schließen von einer Eigenschaft auf die andere. Wer sympathisch wirkt, dem wird beispielsweise automatisch auch Kompetenz zugeschrieben – erst einmal. Wer unsympathisch wirkt, muss viel Energie aufwenden, diesen Eindruck zu korrigieren – wenn er die Chance überhaupt noch bekommt.

 

 

Im Magic Moment spricht Körpersprache

Psychologischen Studien zufolge ist der erste Eindruck über 90 Prozent Körpersprache. Unsere Mimik, Gestik oder Körperhaltung spricht Bände – über dich und deine innere Haltung. Das heißt auch, dass wir dem ersten Eindruck nicht restlos ausgeliefert sind. Denn an der inneren Einstellung kann man arbeiten. Wer denkt, dass er schon wieder auf eine lästige Veranstaltung gehen muss, sollte lieber zu Hause bleiben. Mache dir Lust auf die Begegnung mit anderen. Denn eine offene Einstellung Fremden gegenüber, zeigt sich in deiner Haltung. Allein schon positiven Gedanken lassen dein Gesicht freundlicher erscheinen.

 

 

Ein Lächeln öffnet Türen und Herzen

Weiterhin kannst du an deinem Auftreten arbeiten. Bis die Wissenschaft allerdings eine fundierte Auftritts-Anleitung zum Magic Moment geben kann, gilt: Freundlich sein! Dazu gehört in erster Linie ein Lächeln. Nicht aufgesetzt, denn das spürt dein Gegenüber und verzerrt dein Gesicht. Ein natürliches Lächeln wirkt ansteckend. Und es suggeriert anderen, dass wir harmlos sind, ein Freund – kein Feind. Übrigens: Laut einer Emnid-Umfrage entscheiden 68 Prozent der Deutschen anhand eines Lächelns, ob sie den Anderen attraktiv finden oder nicht. Sicher liegt es auch daran, dass wir lieber mit Menschen zusammen sind, die glücklich sind.

 

 

Sympathiepunkte sammeln leicht gemacht

Wie kannst du weitere Sympathiepunkte sammeln? Stichworte sind Ruhe, Präsenz, Offenheit und Sicherheit. Diese Komponenten kannst du nonverbal sehr gut vermitteln. Das beginnt schon, wenn du einen Raum betrittst. Bei großen Veranstaltungen bleibe erstmal ein paar Sekunden stehen. Lass deinen Blick langsam durch die Menge schweifen. Nimm dann zu einzelnen Blickkontakt auf und halte diesen für ein paar Sekunden. Dabei sollten deine Augen ruhig bleiben. Auch wenn es dir schwer fällt, strahle körperlich von Beginn an Ruhe und Sicherheit aus, denn hektische Bewegungen sind für andere unangenehm. Hierbei helfen meist auch ein paar langsame Atemzüge bis in den Bauch.

Steh aufrecht und gerade mit beiden Füßen auf dem Boden. Mit Bodenhaftung wirkst du standfest und sicher. Prüfe auch deine Kopfhaltung. Das Kinn zu weit nach oben gereckt, lässt dich arrogant wirken. Halte den Kopf besser gerade. Willst du noch mehr Harmlosigkeit vermitteln, dann kannst du den Kopf auch leicht schief legen.

Deine Arme sollten offen sein und die Hände sichtbar. Auch wenn es bequem ist, die Hände in die Hosentaschen zu stecken, hole sie besser hervor. Das lässt dich auch dynamischer und „anpackender“ erscheinen.

Einerseits ist das Auftreten, die Mimik und Haltung enorm wichtig, andererseits auch deine Kleidung. Kleider machen Leute – und wirken auf Leute. Zunächst zählen halt nur Äußerlichkeiten. Da kannst du noch so viel Lächeln. Du wirst von anderen beurteilt. Was du schick findest, steht auf einem anderen Blatt.

 

 

Übung macht den Meister und die Meisterin

Bianca Grünert | Trainingslager | Selbstbewusst wirken. Erfolgreich präsentieren.

All das kannst du zu Hause Stück für Stück vor dem Spiegel ausprobieren. Für das Finetuning mache auch mal ein Foto oder ein Video von dir oder gehe live raus „in die Welt“ und prüfe dort die Wirkung deines Magic Moments bei Fremden. Vielleicht kommst du sogar ins Gespräch.

 

 

Mein Tipp:

Fange am besten beim Lächeln an, denn das öffnet ja bekanntlich viele Türen und Herzen.

 

Der erste Eindruck auf die Ohren?

Höre dir auch mal meine Podcast-Folge mit zusätzlichen Infos zum ersten Eindruck an: HIER KLICKEN

 

 

Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die vor Menschen sprechen wollen oder müssen - sei es in Meetings oder Seminaren, bei Bewerbungen oder Prüfungen bis hin zu Vorträgen auf größeren Veranstaltungen.

Mein Job ist es, sie für die entscheidenden Momente auf der Bühne stark zu machen, damit sie selbstbewusst und souverän Menschen für ihre Ideen, Produkte oder Meinungen gewinnen.

Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert