Morgens halb zehn in Deutschland. Das Licht geht aus – der Beamer an. Es folgt eine Präsentation. Eine PowerPoint. Oft eine, in der die Folien mit dir sprechen. Okay es gibt einen Redner, der sie vorliest. Wirklich präsent sind jedoch nur die Folien – eine nach der anderen. Oft sind es auch noch Folien mit viel Text oder hübschen kleinen animierten Bildchen. Doch die können dich weder begeistern noch überzeugen. Du weißt sicher, was ich meine…

Und ja, es geht auch anders – sogar mit PowerPoint. Doch nur, wenn du PowerPoint als Hilfsmittel einsetzt und dir nicht die Show von einer Datei stehlen lässt.

 

Die PowerPoint-Schlaftablette

Besonders beim Präsentieren im Job stecken wir oft in einem Spannungsfeld zwischen Konventionen und Erwartungen – fremder und eigener. Aber innerhalb des vorgegebenen Rahmens könn(t)en wir unsere Präsentationen frei gestalten.

Und dabei ist PowerPoint durchaus okay. Es ist nur die Art, wie viele morgens halb zehn in Deutschland damit präsentieren und den Gähn-Faktor auslösen.

Wie ist das bei dir:

  • Gähnst du selbst auch, wenn es um PowerPoint geht?
  • Was machst du, wenn es um deine eigene Präsentation geht?

 

Mal ehrlich: Schon die Vorbereitung beginnt häufig damit, erstmal die PowerPoint zu erstellen. Aller Inhalt wird dort rein gepackt. Bloß nichts vergessen, denn wir wollen alle als Experten wirken. Umso mehr Informationen, umso besser. Meistens packen wir dann noch lustige Bildchen rein und animieren sie. Schließlich machen das alle so.

Und dann gibt uns unsere PowerPoint auch noch ein Gefühl der Sicherheit. Auf unseren Folien steht ja alles drauf.

Doch ist es nicht so, dass uns Menschen eher durch ihre Persönlichkeit überzeugen? Eine textlastige oder unsexy Folie kann dich nicht begeistern! Das ist dein Job als Redner. Und dabei kann dir PowerPoint im Weg stehen.

 

 

Wenn dir PowerPoint die Show stiehlt

Das Licht des Beamers setzt deine Folie in Szene. Menschen fühlen sich von Lichtquellen magisch angezogen. Besonders dann, wenn dazu noch extra der Raum verdunkelt wird. Dann stehst du als Redner im Off. Bei jeder neuen Folie reißt die Verbindung zu deinem Publikum ab. Wenn auf deinen Slides dann auch noch viel Text steht, dann bist du raus. Doch dein Inhalt spricht nicht für sich. Das wäre dein Job. Doch es ist schwierig aus dem Off zu agieren.

Noch fieser wird es, wenn die Folien dann auch noch vorgelesen werden. Ich nenne es betreutes Lesen. Dabei drehen viele Redner dem Publikum unweigerlich den Rücken zu. Und dahin wo der Redner schaut, dahin schaut auch der Zuhörer. Der Blick hat eine magnetische Wirkung (Blickmagnet). Diese gepaart mit der Lichtquelle, gibt dir keine Chance, dich richtig in Szene zu setzen. Dann bist du im Doppel-Off.

 

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Ein Plädoyer für PowerPoint

PowerPoint ist jedoch kein Teufelszeug. Im Gegenteil. Es kommt darauf an, wie du es verstehst und damit umgehst. Es ist ein wirklich cooles Visualisierungsmittel. Eine Hilfe. Punkt. Mehr nicht. Denn du als Redner stehst im Mittelpunkt.

 

PowerPoint ist nur eine Datei – nicht deine Präsentation | Bianca Grünert | Die Stärkenreporterin

 

Fünf Tipps, wie du PowerPoint einsetzen kannst und ohne dir von einer Datei die Show stehlen zu lassen

Genug der Vorrede: Jetzt bekommst du Tipps um mit PowerPoint zu präsentieren, ohne dich ins Off zu stellen.

 

#1  Schwarze Folien richten den Spot auf dich:

Wenn du die volle Aufmerksamkeit deiner Zuhörer haben möchtest, kannst du in deine Datei schwarze Folien einbauen. Folien, die einen schwarzen Hintergrund haben und auf denen nichts, wirklich gar nichts drauf ist. Damit geht das Licht für deine Slides aus und für dich geht der Spot an. Du hast die Aufmerksamkeit der Zuhörer zurück. Alternativ kannst du auf dem Laptop auch die Taste „B“ drücken. „B“ steht für Black.

 

#2  Weniger ist mehr:

Oft reicht ein Wort, ein Satz oder eine Zahl pro Folie. Aufhübschen kannst du das, indem du ein Bild voll flächig drunter legst. Manchmal reicht auch einfach nur ein Bild pro Folie – ein Bild, dass deine Information in Bildsprache spricht. Für deine Zuhörer kannst du alle Informationen in eine Handout-Präsentation schreiben. Das könnte z.B. die Präsentation sein, die du sonst vielleicht erstellen würdest. Gern kannst du so anfangen und dann gnadenlos rausschmeißen. Die erste Version ist das Handout für deine Zuhörer. Wenn du unsicher beim Präsentieren bist, dann nutze doch die Notizen und lass die Präsentation auf deinem Laptop als Referentenansicht laufen bzw. nimm Karteikarten für deine Inhalte.

 

#3  Bullet Points raus:

Bei Bullet Points haben deine Zuhörer das Gefühl, sie müssen gleich mitschreiben. Bei diesen Punkten, Strichen oder Kreisen zücken wir automatisch den Stift. Bei Bullet Points wird wahrscheinlich etwas aus Schulzeiten getriggert. Wenn deine Zuhörer schreiben und lesen, bleibt keine Zeit mehr für dich. Lass sie weg und schreibe drei bis fünf Stichworte auf die Folie.

 

#4  Zwischendurch am Flipchart präsentieren:

Warum eigentlich nur mit Laptop, Beamer und Co? Fast in jedem Meetingraum gibt es ein Flipchart. Flipcharts kannst du vorbereiten oder Schritt für Schritt bei deiner Präsentation erstellen. Flipcharts sind keineswegs old school. Flipchart ist cool. Deine Informationen bleiben eine Weile hängen, während Folien mit dem nächsten Slide verschwinden. Ein Medienwechsel erregt außerdem wieder Aufmerksamkeit.

 

#5  Bedanke dich persönlich:

Kennst du die unsäglichen „Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“-Folien? Manchmal bekommen diese noch ein lustiges Bildchen. Doch wie kann sich eine Folie bei deinen Zuhörern bedanken? Ich schüttle dabei immer mit dem Kopf und finde es sehr schade, denn der letzte Eindruck zählt. Der letzte Spot sollte auf dich gerichtet sein. Wenn du diese Folie in deinen Präsentationen hast, dann schmeiße sie raus. Punkt. Setze dich selbst in Szene. Punkt. Bedanke dich persönlich. Punkt.

 

 

Trau dich und begeistere persönlich

Letztendlich geht es doch um Präsenz. Es geht um deine Präsenz als Redner. Auch wenn es „alle so machen“, trau dich und setze dich in Szene. Du willst doch begeistern, oder?

Verstecke dich nicht hinter einer Datei. Präsentiere deine Inhalte selbst und lass dich durch den Beamer nur unterstützen. So wirst du deine Zuhörer eher erreichen: Produkte verkaufen, Projekte darstellen, Verläufe sichtbar machen. PowerPoint ist nur eine Datei.

 

Hier kannst du dazu auch ein Video sehen: YouTube

 

 

Alles Liebe

Deine Bianca

Die Stärkenreporterin

 

 

Bild: pixabay.com

Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die vor Menschen sprechen wollen oder müssen - sei es in Meetings oder Seminaren, bei Bewerbungen oder Prüfungen bis hin zu Vorträgen auf größeren Veranstaltungen.

Mein Job ist es, sie für die entscheidenden Momente auf der Bühne stark zu machen, damit sie selbstbewusst und souverän Menschen für ihre Ideen, Produkte oder Meinungen gewinnen.

Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert