Hast du schon einmal Reden gehört, wo du hinterher dachtest: ‚Und was wollte mir der Redner jetzt eigentlich sagen?‘ Dann hatte die Präsentation keine (klare) Botschaft. Als Redner solltest du dir unbedingt eine zulegen. Und zwar nicht erst beim Reden, sondern direkt nachdem dein Thema und das Ziel deines Vortrages steht. Was ist DER eine Satz, der bei deinen Zuhörern hängen bleiben soll? Deine Botschaft sollte sich dabei auf dein Thema beziehen. Deine Botschaft sollte aber auch die (wahrscheinlich) brennendste Frage deiner Zuhörer beantworten. Und deine Botschaft sollte sich ebenfalls wie ein roter Faden durch deine gesamte Rede ziehen. ‚Puh, das soll ich alles in einen Satz packen?‘ In diesem Beitrag erfährst du, wie du das hinkriegen kannst und warum du überhaupt eine Botschaft in deiner Präsentation brauchst.

 

Eine Botschaft? Wozu?

Angenommen, du hast 20 Minuten Zeit deine Dienstleistung oder den Stand deines Projektes zu präsentieren. Dann prasseln 20 Minuten lang Informationen auf deine Zuhörer ein. Die Gehirne deiner Zuhörer werden dermaßen geflutet, dass die meisten Informationen überhört oder ausgeblendet werden. Und dein Publikum ist wirklich sehr vergesslich. Was hängen bleibt sind besonders emotionale Aspekte und das, was öfters angesprochen werden – die Botschaft.

Erinnerst du dich noch an die Siegesrede Barak Obamas 2008? Sicher nicht an seine Worte, aber das „Yes we can!“ fällt dir sicher wieder ein. Hör dir seine Rede nochmal unter diesem Aspekt an. Du findest diese Worte mehrfach und in vielen Varianten wie einen roten Faden.

 

Warum du als Redner eine Botschaft brauchst

 

Dein Ziel: Ein Baustein deiner Botschaft

Du hast für deine Präsentation ein Thema vorgegeben oder selbst gewählt. Überlege dir zunächst: Was ist das Ziel deiner Präsentation? Was willst du erreichen? Warum machst du das bzw. was motiviert dich zu präsentieren?

Das kann sein, dass du fünf neue Interessenten für ein Angebot bekommen möchtest. Oder vielleicht willst du deine Zuhörer überzeugen, in ein Projekt zu investieren. Manchmal geht es aber auch nur darum, die Kollegen über den Stand von etwas (wie einem Projekt) zu informieren oder Arbeitsergebnisse zu präsentieren. Im privaten Umfeld kann es sein, dass du z.B. auf einer Familienfeier gute Stimmung verbreiten oder auf einem Fest jemanden ehren möchtest. Schreibe es so konkret wie möglich auf.

Es gibt immer irgendeinen Grund, warum du da vorne stehst und ein Ziel, welches du damit verfolgst. Und das ist ein Baustein deiner Botschaft.

 

 

Was soll in den Köpfen deiner Zuhörer unbedingt hängen bleiben?

Aus deinem Ziel kannst du nun ableiten, was sich dein Publikum unbedingt merken soll. Was ist dir besonders wichtig? Vielleicht denkst du jetzt: ‚Das ist bei mir ganz schön viel‘. Tut mir leid. Jetzt musst du dich auf ein bis drei Aspekte beschränken (OK, maximal fünf Punkte).

Angenommen du möchtest Interessenten für ein neues Produkt gewinnen (dein Ziel). Wahrscheinlich möchtest du, das deine Zuhörer sich die Vorteile deines Angebotes merken. Vielleicht noch den Preis und dass es umweltfreundlich ist.

Oder als Projektmanager willst du deine Vorgesetzten über den Stand des Projektes informieren, um mehr Ressourcen zu bekommen (dein Ziel). Dann sollen sich deine Zuhörer im besten Fall sicher merken, dass dein Team im Zeitplan ist, ihr gut zusammenarbeitet, die Kommunikation läuft und ihr das Projekt erfolgreich beenden werdet, wenn ihr mehr Zeit/ Geld/ Mitarbeiter bekommt.

Jetzt gibt es nicht nur das, was du spannend findest. Auch deine Zuhörer kommen mit ihren ganz eigenen Erwartungen in deinen Vortrag.

 

 

Was erwartet dein Publikum?

Wenn deine Zuhörer den Titel oder das Thema deiner Präsentation lesen, was schießt ihnen da durch den Kopf? Setze ganz bewusst die Brille deiner Zuhörer auf! Versetze dich in deren Lage unabhängig von deinen eigenen Interessen. Mit welchen Erwartungen kommen sie? Welche Herausforderungen haben sie aktuell? Welchen Nutzen versprechen sie sich von deiner Rede?

Die potentiellen Interessenten für dein neues Produkt wollen sicher wissen: Was kann das? Was kostet das?

Deine Vorgesetzten als Projektmanager interessiert wahrscheinlich, ob du das Projekt bald erfolgreich beendest?

 

 

…und nun zu deiner Botschaft

Deine Antworten auf die beiden Fragen liefern dir die Basis, um deine Botschaft zu formulieren. Lege die Antworten übereinander und gleiche sie ab. Finde die Gemeinsamkeiten zwischen deinem Anliegen und den Erwartungen deiner Zuhörer. Jetzt beschränke dich auf eine bis zu maximal drei Fakten. Mehr kann dein Publikum in einer Botschaft nicht behalten. Bilde daraus einen einprägsamen Satz.

Im ersten Beispielen von oben beschränkt sich die Botschaft auf die Vorteile deines Produktes und den Preis. Angenommen es ist eine Küchenmaschine, dann könnte die Botschaft lauten: Schnell – Handlich – Günstig. (OK, das ist jetzt nicht so kreativ, wie manche Werbetexte, aber du weißt jetzt sicher, worauf es ankommt.)

Im zweiten Beispiel: Als Projektmanager könnte deine Botschaft lauten: „Wir bringen das Projekt mit tausend Euro zusätzlichem Budget erfolgreich zu Ende.“ Hiermit hast du dein Anliegen und das Interesse deines Publikums in einen Satz gebracht.

Formuliere deine Kernbotschaft kurz, konkret und knackig – ohne Konjunktive und unnötige Adjektive. Deine Botschaft löst idealerweise einen Aha-Effekt aus und/ oder macht deine Zuhörer neugierig. Denke dabei gern an Headlines in Zeitungen. …und ebenfalls an die (wahrscheinlich) brennendste Frage deiner Zuhörer.

 

Professionell wirkt, wer sich auf das Wesentliche beschränken kann. Klick um zu Tweeten

 

Deine Botschaft ist wie eine Pralinenschachtel

Um deine Botschaft wird sich später alles in deiner Präsentation drehen. Für mich ist die Botschaft wie eine schicke Pralinenschachtel. Ohne sie wäre die Praline nicht viel wert bzw. würde in meiner Hand schmelzen.

Präsentiere deine Botschaft beim Reden auch wie ein Geschenk. Emotional. Betont. Lass Pause(n). …und wirke allein schon mit einem festen Blick ins Publikum, nachdem du sie „verkündet“ hast.

Damit du nicht wie ein Papagei hundertmal dasselbe sagst, variiere ruhig etwas oder finde passende Vergleiche und Metaphern. Auf jeden Fall kommt deine Botschaft an den Anfang und ans Ende deiner Präsentation. Im Hauptteil kannst du sie gern als Überleitung und in kleinen (Zwischen)Zusammenfassungen nutzen.

 

 

Und die Botschaft formuliere ich zuerst?

Ja, noch bevor du anfängst PowerPoint & Co. zu bemühen. Deine Botschaft soll sich wie ein roter Faden durch die Rede ziehen. Sie hilft dir sehr, eine Gliederung zu erstellen und relevante Inhalte aus der Vielzahl deiner Informationen herauszufiltern. Wie oft stehen wir nämlich vor einem Wust an Informationen und wollen Dies & Das noch in unsere Präsentation einbauen. Das weniger mehr ist, hast du sicher schon einmal gehört. Auch tut es deiner Kompetenz keinen Abbruch, denn ganz im Gegenteil: Professionell wirkt, wer sich auf das Wesentliche beschränken kann. Und das Wesentliche ergibt sich aus deiner Kernbotschaft.

Finde und formuliere zuerst deine Botschaft und dann wird sie dir helfen, Relevantes in deiner Rede zu strukturieren.

 

 

Alles Liebe

Deine Bianca

Die Stärkenreporterin

 

 

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Bianca Grünert

Bianca Grünert

Die Stärkenreporterin

Ich arbeite mit Menschen, die vor Menschen sprechen wollen oder müssen - sei es in Meetings oder Seminaren, bei Bewerbungen oder Prüfungen bis hin zu Vorträgen auf größeren Veranstaltungen.

Mein Job ist es, sie für die entscheidenden Momente auf der Bühne stark zu machen, damit sie selbstbewusst und souverän Menschen für ihre Ideen, Produkte oder Meinungen gewinnen.

Mein Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.
Bianca Grünert